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Geschützt: Superberater/3 Tag 4 Probleme mit Kunden

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  • Daniela sagt:

    Das letzte Video trifft bei mir gerade zu.
    Jetzt sind beim schauen ganz viele Fragen aufgekommen?
    Meine Kundin behauptet, dass sie übt, es sei aber schwierig. Sie übt nicht. Das weiss ich. Und was ist wenn der Kunde zufrieden ist, ich aber kein Weiterkommen sehe?
    Und was ist, wenn es keine weitere Technik gibt, oder sie in anderen Hundeschulen mit einer anderen Methode genauso gescheitert ist. Ich hab noch 1000 Fragen 🙈

    • Hallo liebe Daniela,
      Erstmal freuen wir uns, dass direkt so viele Fragen in Dir aufploppen.
      Wir möchten und werden auch darauf antworten, würden aber vorher gerne Deinen Mitstreitern die Möglichkeit geben zu schreiben.

      In dem Video selbst sehen wir bereits mehrere Antworten auf einen Teil Deiner Fragen.
      Sie müssen “nur“ übertragen werden, von der Theorie in Deine ganz persönliche Praxis.
      Jetzt passiert genau das, was gerne passiert, wenn man feststeckt und den Kopf nicht mehr drehen kann.
      Von Außen ist alles total easy und in der Situation selbst ganz anders.

      Hier sind aber viele gute Leute, die nicht in Deiner Haut stecken und ganz gemütlich von Außen darauf schauen können.

      Das seid Ihr liebe Superberater!
      Wenn Ihr Ideen habt, oder denkt, dass ihr den Inhalt des Videos auf Danielas Situation übertragen könnt, dann legt los und schreibt!

      Wir warten mit unserer Antwort noch ein bisschen, damit Ihr hier sammeln könnt.
      Wir sind uns sicher, dass Ihr hier eine Menge finden werdet.

      Danke für Eure Hilfe!

      Maren und Lisa

      • Lisa sagt:

        Liebe Daniela,
        Beim Lesen Deiner Fragen kommen uns auch welche:
        Als Erstes haben wir uns gefragt, woher Du weißt, dass Deine Kundin nicht übt?
        Wenn sie auf die Frage, ob sie übt mit „ja!“ antwortet, dann scheint sie es doch zu tun. Welchen Grund hätte sie zu lügen?
        Und falls sie wirklich lügen sollte, dann wäre es noch viel spannender zu wissen, warum?
        Das erste Bild, was uns einfällt ist der Lehrer, der nach den Hausaufgaben fragt und der Schüler, der sich klein und wertlos fühlt und vermeiden möchte erwischt zu werden, weswegen er lügt: Der Hund hat die Hausaufgaben gefressen!

        Übt Deine Kundin also und macht das schlecht, weswegen es nicht zum Erfolg führt?
        Übt sie nicht? Warum nicht? Welche Widerstände sind da, die sie davon abhalten?
        Lügt sie Dich an, wie ein kleiner Schüler den gestrengen Lehrer?
        Wie seid Ihr beide in diese Rolle gekommen?

        Sie sagt sie würde üben, es sei aber schwierig……
        Piep, piep! Alarm, Alarm! Was ist schwierig?
        Wieso ist es schwierig?
        Sie hat Dir eine Steilvorlage gegeben, es ist etwas schwierig und Du weißt nicht was.
        Vielleicht geht es gar nicht um die Übung, ich gehe davon aus, dass die technisch nicht schwierig ist.
        Es gibt also etwas Anderes und das scheint wichtig zu sein.

        In allen drei Fällen gibt es die Möglichkeit das Gespräch zu suchen.
        Sehr direkt und am besten angesagt.
        Also: „Wir treffen uns nächste Stunde nochmal zu einem Gespräch und machen uns eine Übersicht, wo Du stehst und noch hin willst und was Du bisher erreicht hast, damit ich Dich weiterhin so untestützen kann, dass Deine Ziele erreicht werden…“
        Also wie ein Erstgespräch.
        Zu diesem Gespräch mache Dir bitte folgende Notiz vorher:
        Was denkst Du, ist das Ziel der Kundin, wie sieht ihre Vorstellung davon aus, wenn alles gut ist?
        Was ist Dein Auftrag, was möchte sie, das Du es tust um ihr Ziel zu erreichen?
        (Schau Dir dazu auch nochmal die Phasen des Erstgespräches an, mit dem Schwerpunkt auf „Ziel“ und „Auftrag“).

        Und dann frage Deine Kundin genau danach, so lange, bis Du ihr wirkliches Ziel kennst und ihren Auftrag genau benennen kannst.
        Wiederhole das und schreibe es auf, frag sie, ob es genau so richtig formuliert ist.
        Vielleicht findest Du hier schon einen Knackpunkt.
        Deckt sich das tatsächlich mit dem, was Du gedacht hast?
        Hat sich ihr Ziel eventuell geändert?

        Sprich sie auch gerne darauf an, dass Du das Gefühl hast, dass Du wie eine Lehrerin nach den ungeliebten Hausaufgaben fragst und irgendwie denkst, dass sie diese nur halbherzig macht.
        Sag ihr direkt, das Du eine vertrauensvolle und offene Basis mit ihr wünscht und es für Dich egal ist, ob sie ihre Aufgaben umsetzt, es aber für sie schade wäre, wenn es nicht richtig klappt.
        Und dann frag sie, was Du tun kannst, damit es besser klappt.
        Ob es noch etwas gibt, was ihr unklar ist, ob sie etwas stört an der Aufgabe oder was die Übungsaufgabe bräuchte, damit sie gar nicht mehr aufhören mag sie zu üben.
        Was müsste passieren, dass sie wie verrückt nur noch übt und Spaß daran hat?
        Was kannst Du tun, damit dieser Zustand eintritt?
        Lass sie ruhig selber denken und hol sie raus aus der Rolle der kleinen Schülerin, die alles nur für den Lehrer tut, weil sie brav ist.
        Lass sie Dir konkrete Handlungsanweisungen geben.
        Halte die Pause nach der Frage und lausche, auch wenn es dauert und sie dabei ins Schwitzen kommt.
        Sie spricht, Du hörst zu und fragst nur nach.

        Und die wichtigste Frage überhaupt ist und beibt, was genau schwierig ist.
        Was würde es leicht machen? Wie wäre es leicht?

        Deine zweite Frage bezieht sich auf einen Erfolg, den nur Deine Kundin sehen kann.
        Auch hier wäre die erste Frage: Wo ist das Ziel?
        Ist ihr Ziel erreicht, oder arbeitest Du noch an Deinem Ziel?
        Auch hier wäre ein Gespräch mit dem Abgleich von Ziel und Auftrag wichtig.
        Und der folgenden Frage: Ist Dein Ziel so erreicht?
        Habe ich Deinen Auftrag erfüllt?
        Wenn sie beides mit „ja!“ beantwortet ist es doch super.
        Es geht doch um ihre Ziele.
        Wenn sie es nur gesagt hat, getreu dem Motto: „Du hast recht und ich hab meine Ruhe“, dann kann sie genau hier einschreiten.

        Für alle Widerstände gilt:
        1. In den häufigsten Fällen liegt es an einer unzureichenden Auftragsklärung und Zieldefinition
        2. Fragen statt Erklären
        3. Wenn Du das Gefühl hast Überzeugungsarbeit zu leisten, bist Du auf dem falschen Dampfer. Da hilft nur aussteigen und den Kunden reden und entscheiden lassen, den Kunden nach Antworten und Anweisungen fragen
        4. Widerstände haben immer einen Sinn! Sie schützen uns vor etwas vermeindlich „noch Schlimmeren“. Lass Deinen Kunden herausfinden, was der Vorteil seines Widerstandes ist und was ihm der Widerstand an Besserung verspricht

        Und nun zu der Methode, die nicht anzieht wie gewünscht.
        Wenn etwas nicht funktioniert haben wir die Angewohnheit das, was wir schon vorher versucht haben doller zu machen. Insbesondere, wenn wir oft die Erfahrung gemacht haben, dass es sonst funktioniert.
        So, als würdst Du durch eine Tür gehen wollen, durch die Du immer schon gegangen bist und plötzlich öffnet sie sich nicht mehr. Die erste und normalste Reaktion ist es heftig mehrfach auf die Klinke zu drücken, bevor wir eine neue Lösung überdenken.
        Erst im zweiten Anlauf schauen wir nach, ob die Tür vielleicht abgeschlossen ist.
        Das liegt wieder an unserem faulen Gehirn.
        Was nun also gefragt ist, ist Kreativität. Kreativität funktioniert ausschließlich über Mut ins Klo zu greifen.
        Schreib Dir also ein paar Lösungsansätze und Methoden auf, ohne lange nachzudenken, unter folgenden Prämissen:

        1. Was würde Dir eine Freundin als Methode raten, die keinen blassen Schimmer von Hundeerziehung hat?
        2. Wie könntest Du Deine Methode mit etwas kombinieren, was Du normalerweise in einer Welpengruppe anwenden würdest?
        3. Von welcher Methode hast Du mal gehört und kannst Dir überhaupt nicht vorstellen, dass sie funktioniert?
        4. Was ist eine andere Methode, als die, die schon gewählt wurden, aber irgendwie doch ähnlich in der Wirkungsweise, nur etwas lascher?
        5. Was wäre ganz intuitiv Deine Methode der Wahl, wenn niemand Dich bewerten oder beobachten würde und alles Andere unwichtig wäre?
        6. Was wäre die gegenteilige Methode von der, die Du eben aufgechrieben hast?

        Diese Methoden kannst Du jetzt jeweils einmal aus vollem Herzen durchprobieren. Jede Einzelne mit dem Willen sie wirklich durchzuziehen und ernsthaft anzuwenden, egal, was Du davon hältst.
        Vielleicht wirkt eine von ihnen überraschenderweise, vielleicht wirkt keine, aber es wir Deinen Kopf öffnen und Dir neue Hinweise geben.

        Auch eine Supervision mit befreundeten Hundetrainern kann helfen, wir glauben aber eher, dass Dir die Mut-Methode weiterhelfen wird.
        Deine Kundin hat ja auch schon mitbekommen, dass es mit ihrem Hund irgenwie schwierig ist.
        Sprich offen mit ihr über deine Ideen und darüber, dass ihr jetzt in die Vollen gehen könnt, wenn sie dabei ist.
        Wenn sie weiß, dass Ihr Euch auf die Suche nach der Methode der Wahl begebt, wird sie hoffentlich mit derselben Neugier und Spaß an die Methodenfindung gehen wie Du.
        Und wenn Ihr etwas findet, dann wirst Du darauf zurückgreifen können, wenn Du nochmal vor so einer Situation stehst.

        Ich hoffe, dass Dir diese Anstöße schon ein bißchen helfen konnten.

        Schütteln, neugierig machen und auf ins Getümmel!

        Viel Spaß und liebe Grüße
        Maren und Lisa

        • Daniela sagt:

          Ich hab das Gespräch bereits gesucht.
          Daraufhin hat sie es abgeblockt mit den worten: können wir jetzt mal anfangen, sonst reden wir ja die ganze Zeit…
          Ich war so geschockt, dass ich was praktisches mit ihr gemacht habe. Ich glaub da bin ich auf ihr Problem gestoßen, sie aber lässt mich nicht an sich ran.

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