Superberater/3 Tag 7 Abgrenzung

  • Janina Deuse sagt:

    Hallo Lisa & Maren,

    Abgrenzung ist aus meiner Sicht auch ein sehr wichtiges Thema.
    Noch viel wichtiger das Abgrenzen in der Öffentlichkeit beim Training.
    Keine Diskussion mit fremden Menschen zu beginnen oder sich darauf einzulassen, denn es führt in der Regel zu nichts, außer zu Unmut. Das sind wiederum sind verschwendete Energien.
    Meiner Erfahrung nach hilft es unglaublich gut (wenn kein eigener Hundeplatz zur Verfügung steht) Orte zu suchen, die nicht hochfrequentiert sind von Publikum.

    Hier eine kleine Anekdote aus unserer Hundeschule dazu:

    Zu unseren Anfängen als Hundeschule, wurden wir während des Trainings heimlich gefilmt von anderen Hundehaltern.
    Mit dem Videomaterial wurden wir beim Ordnungsamt denunziert, mit der Begründung die Hunde würden frei laufen im Training.
    Dies geschah als die Vogelgrippe ca. 2016 wütete und absolute Leinenpflicht herrschte.
    Abseits einer Hundeauslaufzone trainierten wir unsere Gruppen, bewußt mit dem Hinweiß an alle Kunden der herrschenden Leinenpflicht.
    Schlimm viel Ärger und damals Ultrastreß für uns als Hundeschule.
    Super, wenn das Ordnungsamt ins Training platzt und nach Genehmigungen und Zulassungen fragen und eine Einladung ins Amt zur Klärung des Sachverhalts folgen.
    Mit dem Amt konnten wir uns friedvoll einigen und hatten ein wirklich nettes Gespräch.
    Das Videomaterial wurde nicht angesehen, weil selbst das Amt die Art und Weise der Denunzierung als beschämend empfand.

    Retrospektiv betrachtet, ging es aber um etwas anderes:
    Die fremden Hundehalter fühlten sich in ihrer Gassiroutine total gestört, denn nun mussten sie ja mal auf ihre Hunde achten und sie auch mal Abrufen und konnten nicht „einfach“ nur klönen.
    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und gibt diese ungerne auf.

    Lernerfolg bei uns als Hundeschule:
    Meide den Präsentierteller , das entspannt ungemein.
    Teile keine Treffpunkte auf der Homepage mit, diese gibt es nur bei einer Anmeldung.
    Wer Hundetraining wirklich will, nimmt auch evtl. Fahrtzeit auf sich.
    Das hat auch etwas mit Abgrenzung und Prävention zu tun, sich sein Arbeitsumfeld gut zu gestalten.
    Es verringert unnötige toxische Auseinandersetzungen mit fremden Menschen vor Kunden.

    Wie machen andere Hundeschulen (ohne eigenen Hundeplatz) das?

    • Katharina Scholz sagt:

      Hallo Janina,
      ich arbeite mit Junghunden und Fortgeschrittenen/ Erwachsenen Hunden ohne Hundeplatz. Ich wechsele regelmäßig die Übungsorte, um keine Anwohner, Geschäftsleute u.ä. zu verärgern, weil ich deren direktes Umfeld quasi als geweblichen Hundeplatz verwende. Wenn andere Hundebesitzer auftauchen und in dem Bereich, in dem wir üben, entlang gehen wollen, lassen wir den Raum, so dass die anderen Hundebesitzer engehindert ihrem Weg folgen können. Stehen mehrere Hundebesitzer klönend beieinander und ich möchte in dem Bereich üben, frage ich, ob es sie stören würde, wenn wir in der Nähe üben. Bisher es niemanden gestört.
      Wenn ein Zuschauer/ Zuhörer fragt, sind Sie eine Hundeschule? Was üben Sie da? – „überhöre“ ich diese Fragen, bleibe bei meinem Trainingsthema und Kunden. Schauen Außenstehende zu, bleibe ich inzwischen bei mir – frei von Gedanken, was denkt der Zuschauer, hoffentlich redet der nicht schlecht über mich….. Das hat einige Monate, Jahre an Übung gebraucht, um so souverän in der Öffentlichkeit trainieren zu können.
      Eine Zeitlang bin ich reingefallen auf „Interesstenten“, die mich während des Trainings nach Adresse u.ä. fragten. Daraus ist nie ein konkreter Kontakt entstanden. Ich wende mich in so einer Situation bewußt körpersprachlich meinen Teilnehmern zu. Hat bisher immer geklappt.
      Ein Passant musste immer seinen abfälligen Kommentar zu meinen Trainingstipps laut vernehmen lassen. Ich hatte meine Kursteilnehmer schon darauf hingewiesen mit dem Hinweis, nicht darauf einzugehen. Ich habe unbeirrt mein Training fortgeführt und ihn „ausgeblendet“. Irgendwann hat dieser Passant/ Hundebesitzer aufgegeben irgendetwas zu kommentieren.

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