Archive

Category Archives for "Allgemein"

Wer hat an der Uhr gedreht?

Irgendwie verfliegt die Zeit schneller als früher, oder?
Wisst Ihr noch, wie Ihr unbedingt alt genug sein wolltet, um in die Schule zu kommen?
Oder um als erwachsen zu gelten?
Sich auf diese Zeit hin zu freuen, hat den Weg gleich länger gemacht.
Worauf freuen wir uns jetzt?
Irgendwie glauben wir doch den ganzen Quatsch, das es ab einem bestimmten Alter nichts mehr zum Freuen kommt oder?
Bereits ab 30 bekommt man die ersten, scherzhaften Geburtstagskarten darüber, was man nun für eine alte Schachtel ist.
Als sei das einizige, erstebenswerte Ziel jung und produktiv zu sein.
Aber was ist mit dieser Ruhe?
Mit dieser gelassenen Art Dinge nicht immer gleich so schwer zu nehmen?
Mit dem guten Gefühl nicht jeden Quatsch gleich auf sich zu beziehen, oder auch mal direkt für seine Fähigkeiten und Charakterzüge wahrgenommen zu werden und nicht bloß für Faltenfreiheit?
Die äußeren Umstände sind es ja irgendwie nicht wirklich, die, die entscheiden.
Bei einem Schulkind ist es nicht so schlimm, wenn es nachts mal ins Bett pinkelt, das wiegt sich gegen all die erfreulichen Ereignisse des Kindseins auf.
Bei alten, inkontinenten Menschen ist das direkt ein vernichtender Nachteil.
Ja klar, keiner möchte alt sein oder körperlich nicht mehr ganz zusammen.
Trotzdem stimmt es eben, man ist nicht so alt, wie man sich anfühlt, sondern so alt wie man sich fühlt.
Unsere Jugend und das worauf wir uns freuen können liegt eher in unserer Einstellung und dem, was wir uns im Geist erhalten.
Kindliche Neugier.
Der Mut mit Anlauf ins Klo zu greifen.
Das Hören auf unsere Gefühle und Bedürfnisse.
Das Widersetzen gegen Gesetze und Normen.
Und das Ausprobieren ohne direkt alles zu bewerten und zu kategorisieren.
So jung wie damals, mit dem Wissen von heute.
Das ist doch ein schönes Ziel. Also sind wir doch heute mal jung. Im Geist.
Probiert heute mal etwas verrücktes aus. Seid mutig und traut Euch Fehler zu machen.
Sprecht etwas aus, als würde Mutti vor Euch stehen und aufpassen.
Hüpft einen Weg entlang und macht einen Klingelstreich beim Nachbarn.
Nehmt Euch eine Klappleiter, wenn Ihr es nicht mehr schafft beim Freibad über den Zaun zu klettern.
Egal was, genießt Eure Zeit und freut Euch auf morgen, auf alle die tollen Dinge, die noch entwickelt werden, auf alle die senstationellen Erfahrungen die Euch noch bevorstehen.

Widewidewitt

Euer KöterCoach Team

Lisa und Maren

Warum Langschläfer keine faulen Socken sind

Irgendwie ist es in Mode möglichst wenig zu schlafen. Jeder brüstet sich damit, noch später ins Bett gekommen und noch früher aufgestanden zu sein.
Wer bis acht schläft wird schief angesehen, egal, was der Tag an Arbeitszeit brachte.
Wer lange schläft, oder spät aufsteht, wird gerne als faul bezeichnet.
Alles ist auf Effizienz ausgelegt, bloß nicht zu lange unproduktiv sein.
Völlig zu Unrecht das Ganze und eine total unsinnige Entwicklung.
Denn wer gut schläft ist belastbarer und macht bessere Arbeit.

Hier mal ein paar Fakten zum Thema Schlaf:
Das Schlafbedürfnis jedes Menschen ist individuell. Das bedeutet nicht, dass sich jeder aussuchen darf, wie lange er schlafen möchte, sondern, dass Dein Körper Dir vorgibt, wie lange Du schlafen musst.
Dein Gehirn braucht Schlaf um zu lernen, sich Dinge zu merken und seelische Zustände zu verarbeiten.
Ohne Schlaf wirst Du psychisch krank, körperlich krank und kannst langfristig sogar sterben.
Schlaf ist also eine indiskutable Variable Deines Lebens.
Nicht Dein Schlaf sollte sich Deinem Leben anpassen, sondern Dein Leben Deinem Schlaf.

Im Schnitt brauchen Menschen ungefär acht Stunden Schlaf pro Nacht.
Wenn alles normal ist und Du weder krank bist, noch seelisch in einem ungewöhnlich anstrengendem Zustand.
Es kann also gut sein, dass Du neuneinhalb Stunden Schlaf brauchst. Oder sieben.
Beides ist normal und hat nichts mit “wollen” zu tun.
Pubertierende dürfen gerne deutlich länger schlafen, sie leisten körperliche Höchstarbeit mit der Entwicklung ihres Gehirns und ihres restlichen Körpers.

Bist Du krank, hast eine Verletzung, oder grade etwas besonders Aufregendes erlebt, dann kann Dein Schlafbedürfnis kurzfristig sogar um ein bis zwei Stunden ansteigen.
Kommst Du dem nach, heilen deine Wunden schneller, Du wirst schneller gesund und Du vermeidest langsfristige, psychische Schädigungen.

Zusätzlich zur Schlaflänge gibt es “Lerchen” und “Nachtigallen”. Also Früh- oder Spätaufsteher. Was Dir mehr liegt ist genetisch fixiert und hat biologisch Sinn. Durch die Verteilung ist in einer sozialen Gruppe fast immer jemand wach und damit ist die Sicherheit der ganzen Gruppe gewährleistet.
Kinder sind meistens “Lerchen”, in der Pubertät werden sie zur “Nachtigall”, später dann wieder das, was ihrem Charakter am meisten entspricht.
Unter Erwachsenen gibt es etwas mehr “Lerchen” als “Nachtigallen”.

Je nachdem welcher Typ Du bist, sollte Dein Tagesablauf am besten geregelt sein.
Die “Lerche” weckt die Kinder und bringt sie zur Schule, die “Nachtigall” macht abends noch den Abwasch und legt alles für den nächsten Morgen zurecht.

Dich gegen Deine Art zu zwingen sorgt automatisch für schlechtere Schlaferholung und sollte langfristig vermieden werden.

Allerdings sollten auch die “Nachtigallen” dafür sorgen, dass sie vor 24.00 Uhr fest schlafen. Denn in dieser Zeit erholt sich der Körper intensiver als danach.

Schlaf ist eine gute Sache und eine effektive Gesundheitsvorsorge. Deswegen darfst Du gerne stolz auf tiefen und langen Schlaf sein und musst Dich keinesfalls dafür schämen, wenn Du ein Stündchen mehr kannst, als Andere.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

Dein KöterCoach Team

Was ist eigentlich ein*e Hundetrainer*in?

In den letzten Wochen und Monaten ist deutlich geworden, dass das Bild der breiten Öffentlichkeit von Hundetrainer*innen immer noch überwiegend, das eines engagierteren Hobbys ist.
Mit Corona und Berufsverbot ist nicht zuletzt durch das Urteil des OVG zum Arbeitsverbot für Hundeschulen in NRW klar geworden dass unsere Arbeit nicht als das wahrgenommen wird, was sie ist sondern in letzter Konsequenz eher als Spaß und Freizeit als die nötige  und unverzichtbare Hilfestellung die sie ist.
Was wir brauchen ist sicher eine bessere Lobby und genauso sicher eine stärkere Gemeinschaft untereinander.
Der Umgang und die Stimmung von Hundetrainer*innnen untereinander ist nach wie vor überwiegend geprägt von Misstrauen, Konkurrenzdenken und Methodendiskussionen.
Wie kommen wir dahin?
In unseren Augen ist die Voraussetzung für die  Weiterentwicklung einer Gemeinschaft immer zunächst die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen.
Deswegen beginnt die Reise des Superberaters im ersten Element auch immer mit Dir selbst und mit der Frage:
Wer bin ich als Hundetrainer*in?
Denn Misstrauen entsteht aus Angst und der bester Schritt aus der Angst ist möglichst viel Wissen.
Auch und vor Allem über Dich selbst!
Wer sich selbst bewusst ist – ist selbstbewusst und braucht keine Konkurrenz fürchten.

Du hast noch bis morgen die Chance in der nächsten Runde des Superberaters dabei zu sein – denk dran, diesmal sind wir live mit an Bord!
Also pack die Koffer und los geht´s!

Lisa und Maren

Guter Rat ist billig.

Den bekommt nämlich jeder, überall hinterhergeworfen..meistens ungefragt.
Ratschläge sind daher ein heißes Eisen und ihre Wirksamkeit oft nicht wie erwünscht.
Mark Twain sagte mal „Ratschläge gebe ich am liebsten weiter. Das ist das Einzige, was man damit anfangen kann“.
Ganz so furchtbar ist es natürlich nicht immer, aber ein paar Grundregeln für Ratschläge ersparen Deinen Kunden einen nervigen Hundetrainer und Dir Ärger über das Nicht-Annehmen Deines Kunden. Es geht hier selbstverständlich nicht um das Anleiten von Übungen, sondern um Ratschläge zum Umgang mit Situationen, insbesondere im Miteinander der Menschen, zum Beispiel in einer Familie mit Hund, die sich untereinander uneinig sind.

Hier Deine 6 Checkpunkte zu Ratschlägen, die Du gerne mitgeben möchtest:

1. Hast Du überhaupt genug gefragt, bevor Du raten kannst?
An erster Stelle steht das offene Fragen in jedem Detail. Bevor Du nicht die ganze Geschichte und ihre Hintergründe kennst, kannst Du alle Ratschläge vewerfen. Das Praktische daran ist zusätzlich, dass Dein Kunde beim Beantworten Deiner Fragen vielleicht sogar auf eigene Lösungen kommt oder Zusammenhänge erkennt. Und selbst etwas zu merken ist immer schöner und einprägsamer, als die Welt erklärt zu bekommen.

2. Wurdest Du um Rat gebeten?
Hier sind wir mal wieder bei der Wichtigkeit vom Ziel des Besitzers und dem Auftrag an Dich, wie Du ihn untersützen kannst sein Ziel zu erreichen. Wer konkret fragt, der darf natürlich einen Rat bekommen.
Oft steht aber die Antwort schon im Raum, bevor die Frage gestellt wurde.

3. Mach Deinen Kunden neugierig auf Deine Idee.
Höre Dir in Ruhe an, was er dazu denkt und sag dann nur „ich hätte meine eigene Art damit umzugehen“, oder „ich war mal in einer ähnlichen Situation“. Wenn Dein Kunde möchte, dann hat er hier die Steilvorlage zu fragen „was wäre Deine Idee dazu?“ oder, „was hast Du damals getan?“. Ganz wichtig dabei: Das geht nur ein einziges mal! Bitte lass nicht ständig Kommentare dazu fallen, bis Dein Kunde entnervt drauf eingeht und nach Deiner Meinung fragt, damit es endlich aufhört mit Deinen Anspielungen. Wenn er fragen möchte, dann wird er einen ganz kleinen, kurzen, zarten Hinweis sofort wahrnehmen. Wenn er es nicht tut, dann tut er es mit Absicht nicht, glaube nicht, er hätte es nicht mitbekommen.

4. Frag nach, ob ein Rat erwünscht ist.
Wenn Du nicht sicher bist, dann frag nach, ob Dein Kunde hier einen Rat haben möchte.
Dazu gehört, dass Du mit einem „Nein!“ leben kannst.

5. Drehe die Rolle um.
„Was würdest Du mir raten, wenn ich in der Situation wäre?“.
Lass Deinen Kunden Dir einen Ratschlag für sich selbst geben und den genau ausformulieren.

6. Sprich davon was Du machen würdest, nicht was Dein Kunde tun sollte.
Wie so oft gibt es auch hier ein paar Formulierungen, die besonders abstoßend auf uns alle wirken. „Du musst!“ ist einer davon und löst bei den meisten Menschen eine leise, innere Abneigung hervor. „Ich würde…“ ist also wesentlich weniger bedrohlich und klingt auch weniger schulmeisterhaft.

Der Berater-Ritter-Retter ( mit Burnout Syndrom)

„Hüüa Fury!“ ruft die Hundetrainerin in ihrer strahlenden Rüstung und gallopiert stolz auf ihrem hohen Roß zum unfähigen Kunden, entreisst ihm die Hundeleine und rettet alle vor dem Verderben…oder so ähnlich.
Sich in die Ritter-Retter-Rolle zu begeben ist nämlich nicht nur ein besonders anstrengender Job, sondern nebenbei auch noch etwas, was keiner dankt. Am Ende stehst Du da, ohne halbes Königreich und ohne Prinzessin, so viel sei hier schon mal verraten.

Damit Du nicht jedes mal wieder auf dem anmutigen sSchimmel in die Schlacht stürmst, bekommst Du hier einen kleinen Leitfaden für rettungsanfällige Hundetrainer.

Erstmal zum Problem an sich:
Beratung erfordert ein Einverständnis. Ohne den Auftrag Deines Kunden kannst Du nicht sinnvoll handeln.
Was aber nun, wenn Du eigentlich einen guten Auftrag hast, der Kunde ein sinnvolles Ziel definiert hat und dann plötzlich diese kleinen, unausgesprochenen Hilferufe kommen?
Große Kulleraugen, sich klein und dumm machen, überall betonen wie unfähig man so als Hundebesitzer, ach wahrscheinlich ganz grundsätzlich ist.
„Ich bin so undiszipliniert! Du bist so toll! Bei Dir klappt alles! Du bist der strahlende Ritter!“.
Und schwups kannst du gar nicht mehr anders, als den Kunden und den Hund zu retten?
Plötzlich findest Du Dich abends nach Feierabend dabei wieder den Kunden per Whatsapp zu trösten, weil er grade Stress mit seinem Partner hat?
Sein Hund sitzt derweil auf Deinem Sofa, weil Du das Elend nicht mehr ansehen konntest und angeboten hast ihn zum Sonderpreis ein paar Tage bei Dir aufzunehmen?
Ganz so weit muss es gar nicht gehen, es soll nur das System dahinter verständlich machen.
Wer andere rettet begibt sich damit auch in eine Position der Macht. Ich groß, Du klein.
Eine ganz blöde Ausgangssituation, so lange es nicht grade darum geht, dass Du ein Kind vor Dir sitzen hast. Und selbst ein Kind möchte lieber darin bestärkt werden etwas selbst zu erschaffen, anstatt sich retten zu lassen. Daraus entsteht echtes Selbstvertrauen!
Einen erwachsenen Menschen entmündigst Du mit dieser gutgemeinten Art auf eine Weise, die ihn erdrückt und immer kleiner machen kann. Das Problem: Es schmeichelt Deinem Ego unheimlich.
Und wahrscheinlich benutzt Dein Kunde den Trick sich klein und dumm zu machen gerne mal, um schneller an eine Problemlösung zu kommen, ohne zu viel investieren zu müssen.
Das heißt aber nicht, dass er nicht kann!
Es ist der erlernte Weg des geringsten Widerstandes, den Dein Kunde nutzt.
Unbewusst und unterschwellig natürlich.
Ein bißchen Lob hier, ein bißchen dusselig anstellen da, sich selbst als unfähig bezeichnen und schon schwingt sich Dein innerer Retter auf´s Ross.
Rettet, gerne dann auch mehrmals, was die Situation des Kunden immer schlimmer und schlimmer macht. Er wird immer unfähiger und unselbständiger, was bei Dir erst noch mehr Rettungsgedanken und dann zuverlässig langsam aufkochende Wut produziert.
Du wirst ungeduldiger, willst Dich nicht immer so einspannen lassen, bekommst das Gefühl Dich wehren zu müssen. Mit Deinem Kunden passiert etwas ähnliches. Je toller und rettender Du bist, desto mehr schwelgt er erst in Anerkennung und Lob, um dann langsam aber sicher unwohl mit seiner Rolle zu werden. So ganz doof dastehenlassen will er sich auch nicht. Wie ein kleines Kind behandeln lassen nervt und sorgt ebenfalls für Wut und Abwehr.
Am Ende seid ihr beide wütend, voller Unverständnis.
Du hältst ihn für undankbar, er Dich für überheblich.
Warum wir das so genau kennen?
Weil das ein bekanntes Phänomen ist, was in Beratungsbeziehungen öfter vorkommt.
Insofern kannst Du schon mal aufatmen.
Du bist nicht alleine und es gibt Abhilfe.

Das dieses Thema sehr komplex ist wird Dir sowieso schon klar geworden sein.
Was Du hier bekommst ist ein kleiner Anfang, ein Einblick zu einer Verbesserung. Die kleinen Veränderungen können aber großes bewirken, also nimm Dir die Zeit diese fünf Punkte zu bedenken:

1. Schaffe von Anfang an klare Verhältnisse. Schon die Frage, um wie viel Uhr Du noch an´s Telefon gehst, oder ob Du Dir anderthalb Stunden Telefonat zur Terminfindung gefallen lässt macht einen Unterschied. Lässt Du Dich da schon in eine Rolle ziehen, gibst ein paar Extra Tipps am Telefon und tröstest noch schnell eine halbe Stunde?
Ist das hier wirklich ein Notfall (ja, es gibt auch echte Notfälle, für die eine schnelle Hilfe angemessen sein kann! Unterscheide hier weise).
Das bedeutet nicht, dass Du unfreundlich oder unsensibel sein sollst, sondern, dass Du Dich professionell zeigst und Deinem Kunden die Möglichkeit lässt selbständig zu sein.
Machst Du eigentlich keine Hausbesuche, der Kunde fragt aber schon beim ersten Telefonat danach, weil sein Auto grade kaputt ist? Oder erwähnt nur seufzend, dass sein Auto kaputt ist? Dann bleib bitte höflich dabei. Der Hund zeigt das verhalten vermutlich schon seit Monaten oder Jahren und auf eine Woche kommt es jetzt auch nicht mehr an? Dann eben ein Termin in zwei Wochen, wenn das Auto wieder flott ist, oder Du gibst ihm eine Busverbindung durch.

2. Lass die Leine beim Kunden!
Wenn Du auch nur ansatzweise zum Ritter-Retter taugst, dann umgehe direkt den Fehler zu zeigen, wie toll der Hund in Deiner Hand funktioniert. Ja, damit gibst Du auch den eitlen Sonnenschein des Ruhmes auf, der in dem Moment auf Dich strahlt.
Egal wie plump sich der Besitzer anstellen mag und besonders, wenn er sich immer plumper anstellt und immer mehr nach dem Ritter ruft, coache ihn, die Technik selbst umzusetzen. Es gelten alle Regeln wie beim Hund auch: Sei geduldig, arbeite langsam und in kleinen Schritten, mach Trockenübungen die einfach sind und lobe die richtigen Schritte. Leite Deinen Kunden an es selbst zu schaffen, so kleinschrittig und ruhig, dass er es schaffen kann, egal wie dusselig er sich anstellt. Das kann bei einer Leinenführigkeitsübung auch bedeuten, dass Du ihn ohne Hund zwischen zwei Pylonen hin und her gehen lässt um sich die Strecke zu merken, bevor er die Leine in der Hand hält.
Halte Dich zurück mit Erklärungen und gib ganz, ganz kurze (noch kürzer!) Anweisungen, was er genau machen soll.

3. Lehne die Rolle ab!
Wenn Dein Kunde immer wieder betont, wie schlecht er Alles kann, oder nach Rettung schreit, sprich ihn direkt darauf an. Sei freundlich und ehrlich mit ihm und schildere ihm ganz kurz und sachlich, wie er sich klein macht und dass die Lösung nur er selbst sein kann. Frage ihn danach, wie er es sich vorstellt, was er kann, wo er Kompetenzen hat und was er leisten kann, anstatt immer darauf herumzureiten, was er nicht kann.

4. Weise Deinen Kunden auf jede Selbständigkeit hin.
Auch wenn Du das Gefühl hast Dich zu wiederholen, sprich es aus. Immer wieder. „Schau, was Du da grade geschafft hast!“, „Vorhin hast Du gesagt, dass Du das nicht kannst und jetzt sieh mal, wie gut Dir das ganz alleine gelungen ist!“ usw. Vermeide dabei bewusst die Anrede „Ihr“, also Hund und Besitzer, oder „wir“, also Du und Besitzer. Er war es, der es gechafft hat. Er alleine.

5. Behandel Deinen Kunden so, wie Du ihn haben willst.
In einer Gruppenstunde kann das bedeuten, dass Du ansagst „Du gehst am besten da hinten an die Stelle zum Üben, Du kannst das ja schon gut, da kannst Du das“. Sämtliches relativieren und Kleinmachen des Kunden kannst Du dann ignorieren. Oder lasse ihn etwas vormachen, was so einfach ist, dass er auf jeden Fall glänzen wird und sage danach, dass Du die Aufgabe eigentlich wesentlich leichter gestalten wolltest, aber gewusst hast, dass es für diesen Kunden ruhig etwas schwerer sein darf. Es geht darum sein Selbstvertrauen zu stärken und an seine Kraft und Möglichkeiten zu glauben. Du wirst sehen, Dein Kunde wird plötzlich wirklich mehr können, als du ihm zugetraut hättest, weil er daran glaubt, dass er es schaffen kann. Kennst Du die Studie mit den Schullehrern, denen gesagt wurde, ihre neue Schulklasse würde nur aus hoffnungslosen Fällen bestehen?
Der Lehrer wurde vor eine völlig normale Schulklasse gesetzte. Die Klasse wurde ihm aber als ein Haufen schwer erziehbarer Blödies vorgestellt. Bei allen solle er sich freuen, wenn er sie zu einer vier brächte. Trotz aller Bemühungen des Lehrers wurden die Schüler unter seiner Leitung schlechter. Der Notendurchschnitt sank dramatisch.
Die Art wie der Lehrer die Kinder einschätzte und behandelte machte sie zu genau dem, was er erwartete.
Die selbe Klasse wurde übrigens genauso andersherum getestet mit der Angabe ausschließlich aus hochbegabten Schlaumeiern zu bestehen. Du ahnst es schon. Alle Kinder verbesserten ihre Schulnoten imens. Auf einmal wurden sie ganz selbstverständlich behandelt, als seien sie besonders schlau und siehe da. Sie wurden schlau!
Dieses Prinzip kannst Du auf Deine Kunden übertragen…ach ja, auf Dich übrigens auch 😉

Chris über die erste Woche in Element 3

Chris ist im dritten Element des Superberaters angekommen!
Das Thema der ersten Woche ist: Selbstschutz! Und Chris freut sich diese Woche ganz besonders über die Möglichkeit unsere Weiterbildung überall und jederzeit zu machen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Manchmal braucht es einen Sturm…

Diese Woche ist eine stürmische.
Und es ist KöterCoach Arbeitswoche. Lisa hat am Sonntag ihren Zug umgebucht um vor dem Sturm hier im Norden zu sein und abends in Hamburg beim Essengehen, konnten wir fliegende Mülltonnen bestaunen und uns über ein leeres Restaurant freuen, weil die meisten anderen Leute weniger sturmfreudig waren. Wahrscheinlich hatten die auch einfach vorausschauender eingekauft.

Hier im Garten stand bis gestern Nacht ein einzelner Baum. Er hieß nur „der Hässlettenbaum“.

Es war wirklich kein schöner Baum. Es war irgendetwas aus der Familie der Thuja oder anderer Gewächse a´la „Das hätte meinen Großeltern gefallen.“
Erst hatte er noch einen Kumpel, der wurde dann beseitigt, weil er eine ganze Wespenstadt beherbergte und seitdem hatte er außerdem auch noch wirklich hässliche braune Stellen dort wo vorher der andere Baum stand.
Dieser Baum war hier seit Jahren Stoff für Diskussionen. Soll er weg? Soll er bleiben? Wird er mal wieder hübscher?
Darf man einfach einen Baum fällen? Sieht das dann nicht kahl aus?

Heute morgen hatte der Sturm das dann mal elegant erledigt. Zack – so einfach kann das sein. Der Baum liegt sauber entwurzelt im Garten, er hat nichts beschädigt und muss nur noch abtransportiert werden.
Es ist nichtmal jemand von uns wach geworden.

Irgendwie ist das doch im Leben auch sonst oft so, oder? Wir quälen uns über Jahre mit Entscheidungen herum, wägen ab, zählen Vorteile und Nachteile auf und kommen zu keiner Entscheidung. Und dann passiert irgendwas – alles wird einmal ordentlich durcheinander gewirbelt und auf einmal liegt die Lösung – Zack – klar vor uns.

In diesem Sinne – stürmische Grüße,

Lisa und Maren

1 2 3 6
>
Scroll Up